Wie man ein „antifragiles“ Portfolio bauen kann
25.01.26
„Anhaltend unsichere Zeiten: Wie Anleger ein antifragiles Portfolio aufbauen": Unter diesem Motto hat der FPSB Deutschland (Financial Planning Standards Board) eine informative Studie vorgelegt, deren Ergebnisse ich in wesentlichen Auszügen hier weitergebe – quasi als Werkzeug:
Es sind bewegte Zeiten. Noch nie war die Unsicherheit, abzulesen am Economic Policy Uncertainty Index, so hoch wie im vergangenen Jahr. Und tatsächlich sehen sich Anleger einer Vielzahl an Herausforderungen gegenüber. „Dazu zählen geopolitische Krisen, insbesondere der anhaltende Ukrainekrieg, oder die steigende Staatsverschuldung, wobei auch eine mangelnde Konsolidierung der Staatsfinanzen festzustellen ist“, sagt Maximilian Kleyboldt, Vorstand des FPSB Deutschland. Wir haben es mit der Transformation der Weltordnung mit schnell fortschreitenden, tiefgreifenden und oft unerwarteten Veränderungen in der Wirtschaft und der Gesellschaft durch die rasant zunehmende Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz zu tun. Und nicht zu vergessen die nächste Phase der Deglobalisierung, beschleunigt durch die neue Handelspolitik der USA, der zunehmende Bedeutungsverlust des US-Dollars oder die erhöhte Volatilität am Kapitalmarkt in Folge vermehrter extremer Ereignisse.
Aktuelles Umfeld erschwert langfristige Anlagen
Die Konsequenz: Wer langfristig investiert, muss im Rahmen seiner strategischen Asset Allocation solche Risiken berücksichtigen und Phasen erhöhter Kursschwankungen am Markt einkalkulieren. Doch das ist im aktuellen Umfeld nicht leicht. „Wir stellen zum Beispiel fest, dass der Kapitalmarkt bei vielen Anlegern Emotionen hervorruft“, sagt Kleyboldt. „So führen die hohen Indexstände bei vielen Investoren zu erhöhter Alarmbereitschaft.“ Gerade bei Erreichen neuer Höchststände rechnen viele Anleger mit einer baldigen heftigen Korrektur, was oft eine emotionale Hürde darstellt, um zu investieren.
Beim Blick auf die Statistik der Vergangenheit zeigt sich aber, dass Anleger bei einem Einstieg zum Höchststand bessere Renditen erzielt hätten, als beim Einstieg an einem beliebigen Tag.
Positive ökonomische Rahmenbedingungen wichtig
Dass dem so ist, ist nachvollziehbar: Der Markt erreicht immer dann neue Rekordhochs, wenn das Umfeld positive ökonomische Rahmenbedingungen bietet. Und das ist eine gute Basis für eine weiterhin positive Kapitalmarktentwicklung. Dazu bietet die langfristige Investition einen weiteren Vorteil: Nämlich den Zinseszinseffekt. „Das ist das wichtigste Werkzeug eines Anlegers“, sagt der Experte, „weil reinvestierte Erträge zu einem überproportionalen Wertzuwachs oder exponentiellen Wachstum führen.“
Wie man ein Portfolio antifragil macht
Kleyboldt empfiehlt Anlegern aus all diesen Gründen heraus, ihre Anlagestrategie kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob ihr Portfolio wirklich eine für die deutlich erhöhte Unsicherheit passende Antifragilität aufweist. „Antifragilität bedeutet, Investments zu wählen und zu strukturieren, die nicht nur Schocks überstehen und robust sind, sondern sich durch Stress, Volatilität und Krisen sogar verbessern und profitieren“. Eine robuste Struktur kann zum Beispiel durch eine breite Diversifikation und eine asymmetrische Positionierung in Investitionen, die nicht miteinander korrelieren, erreicht werden.
Entscheidend ist dabei die strategische Vermögensallokation. Dabei geht es nicht nur darum, verschiedene Anlageklassen zu mischen, sondern auch deren Wechselwirkung untereinander zu berücksichtigen. Denn tatsächlich hängt die langfristige Vermögensentwicklung primär vom richtigen Anlageklassenmix ab und davon, dass man diesen flexibel anpassen kann, um von Unsicherheit zu profitieren. Und schließlich geht es um eine ganzheitliche Betrachtung, die alle Anlagen, also auch illiquide Vermögenswerte oder Versicherungslösungen berücksichtigt.
Dividenden – als zweites Einkommen
Die Welt verändert sich in einer nie da gewesenen Geschwindigkeit. Während die Menschen in den Industriestaaten immer wohlhabender werden und länger leben, finden die smarten Algorithmen und Roboter Einzug in unseren Alltag und die Werkshallen. Lebensentwürfe verändern sich. Zeit, über ein zweites Einkommen nachzudenken. Dividenden können dabei helfen.
Attraktive europäische Dividendenaktien mit den höchsten Ausschüttungen – ein Thema, dem sich Analysten gerne widmen, so jetzt die internationalen Experten von Morningstar. Ergebnisse: Französische Banken waren im Jahr 2025 die Spitzenreiter bei den Ausschüttungen, während zwei große deutsche Automobilhersteller ihre Dividenden reduzierten. Die größten europäischen Unternehmen haben ihre Dividenden im vergangenen Jahr um durchschnittlich 6,2 % erhöht. Unter den Unternehmen, die ihre Dividenden am stärksten erhöht haben, befinden sich vor allem Banken, während der Automobilsektor die Liste der Branchen anführt, die ihre Ausschüttungen am stärksten gekürzt haben.
Europäische Dividendenaktien haben im vergangenen Jahr den Gesamtmarkt übertroffen. 2025 war für Anleger in europäische Dividendenaktien äußerst positiv. Der Morningstar Europe Dividend Yield Focus NR Index, der europäische Unternehmen mit hohen Dividenden umfasst, erzielte eine Rendite von 20,6 % in Euro. Er übertraf damit den regionalen Index Morningstar Europe, der um 19,4 % zulegte, und markierte damit eine deutliche Wende gegenüber den beiden Vorjahren, in denen der regionale Index den Dividendenindex übertroffen hatte.
Zu guter Letzt
An anlagestrategischen Empfehlungen herrscht kein Mangel. Profis liefern ihren Kunden eine breite und bunte Palette von Ratschlägen. Ich bleibe dabei: Informieren Sie sich so gut wie möglich!
Übrigens: Wer Lust dazu hat, möge Donald Trump einmal eine Weltkarte schicken, damit er Grönland und Island auseinander halten kann.