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Eine neue Börsenweisheit für Privatanleger

17.08.19

Jeder kennt sie (oder hat zumindest davon gehört) – die Lehrsprüche und Weisheiten für Anleger. Ein Verdienst vor allem von Börsenaltmeister André Kostolany. Manche haben einen saisonalen Bezug und/oder geben Empfehlungen zum Verhalten am Aktienmarkt. Beispiele: „Greife nie in ein fallendes Messer“ und das legendäre „Sell in May and go away – Always remember to come back in September“. Dieser mutmaßlich besonders spannende Monat steht jetzt vor der Tür. Also bald wieder Aktien kaufen?

In einer Analyse diverser Börsenweisheiten hat Allianz Global Investors die durchschnittlichen Monatsrenditen des Dax seit 1965 miteinander verglichen und tatsächliche Saisonmuster dargestellt. Besonders auffällig, dass die Monate Mai, Juni, August und September im Durchschnitt eine negative Rendite aufweisen. Genau genommen müsste es also heißen: Verkaufe Anfang Mai und steige Ende September wieder ein. Wer macht das schon? Okay, oft werden doch die besten Tage für den Wiedereinstieg verpasst. Aber erstens weiß man das erst hinterher und zweitens ist der spätere Wiedereinstieg bei der Aktienanlage gewiss nicht schlimm. Folgenschwerer ist nach meiner Erfahrung das zu späte Verkaufen vieler Privatanleger in einer Abwärtsbewegung. Dann gilt auch das allgemeine Sprichwort „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

September hin, September her – ich empfehle bis jetzt jedenfalls keine Eile mit dem Aufbau von neuen Aktienpositionen. Wichtiger erscheint mir, eine neue „Börsenweisheit“ zu befolgen, die ich heute formuliert habe. Denn es kommt bei allen wichtigen Entscheidungen darauf an, auf Verstand und Bauchgefühl („und“!) zu hören. Klingt eine Stimme höchst skeptisch bis warnend, würde ich das Vorhaben sein lassen (oder verschieben). Das sollte auch für die Taktik bei der Kapitalanlage gelten. Deshalb mein Spruch: „Verlass‘ Dich nicht auf alten Brauch – vertraue lieber Kopf und Bauch!“

Aktien verbilligen ist auch nach Kursrutsch gefährlich

15.08.19

Konkrete Prognosen werden jetzt von den meisten Häusern erst einmal in die Schublade gelegt – kein Wunder nach der jüngsten Börsenentwicklung und den zunehmenden Rezessionssorgen. Schon dass der Dax die 200-Tage-Linie nach unten durchstoßen hat, sorgt bei Analysten für Bauchschmerzen. Wall Street hat vor allem auf den starken Anstieg der US-Staatsanleihen reagiert, denn die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen rentierte zuletzt unterhalb der 2-jährigen Bonds. Kurze Zinsen höher als lange, das ist pervers – am Kapitalmarkt nennt man das invers. Eine inverse Zinsstruktur gilt als guter Indikator für eine kommende Rezession (Beispiel 2007). Trösten uns alte Hasen: Nicht auf jede Inversion folgte auch eine Rezession. Außerdem lag bei den letzten neun US-Rezessionen zwischen dem Zeitpunkt der ersten Inversion und dem Beginn der Rezession durchschnittlich ein Abstand von 21 Monaten. Das spricht gegen panikartiges Verhalten der Aktienanleger. Außerdem: Seit 1980 stieg er S&P 500 zwischen Inversion und Rezession um durchschnittlich 13 Prozent!

Konjunktur und Börse: Aktien drohen Tiefdruckgebiete

13.08.19

Es gibt natürlich keine Korrelation zwischen der Großwetterlage und dem Börsenklima. Heute frage ich mich allerdings, ob nicht doch irgendeinen Zusammenhang bestehen könnte. Denn der aktuelle Wetterbericht und die neuen Konjunkturanalysen passen zusammen: Das Sommerhoch verabschiedet sich und wird von kühlem Wechsel abgelöst, die jüngsten Berichte von Ifo und ZEW sind ebenfalls Androhungen von Tiefdruckgebieten für Konjunktur und Kapitalmärkte. Da müssen selbst unverbesserliche Optimisten von zunehmenden Zweifeln geplagt werden.

Investieren in Zeit bringt Rendite

10.08.19

Immer wieder und gerade jetzt schüttele ich den Kopf, wie Privatanlegern die einzelnen Anlageklassen empfohlen werden – als ob alle Anleger gleichgelagert und die Anlageformen vergleichbar wären. Beides trifft nicht zu. Deshalb appelliere ich von Zeit an Zeit an meine Leser / Zuhörer, sich zu „Kümmerern“ zu entwickeln, etwa nach dem Motto: Überlasst die Strategie nicht einfach professionellen Beratern oder einem guten Freund, sondern kümmert Euch selbst um Euer Anlagevermögen. Beim Investieren geht es auch um den Faktor Zeit, womit an dieser Stelle einmal nicht das Timing von Kauf und Verkauf an der Börse gemeint ist. Inzwischen kann man beobachten, dass sich der Kreis von Selbstentscheidern auch hierzulande ausweitet.