Statt noch mehr Kontensparen besser in Wertpapiere investieren

 25.10.20

Bald ist wieder „Weltspartag“ (30. Oktober), der zeitgemäß eigentlich in „Anlagetag“ unbenannt werden sollte. Denn das archaische Kontensparen dürftge gerade hierzulande nicht länger gefeiert werden – total unsinnig im Zeitalter von Nullzinsen. Aber die Begriffe sparen und anlegen (investieren) gehen ineinander über. Denn das Sparen ist ja wichtig (insbesondere für die private Vorsorge) und hat ausgesprochen langfristigen Charakter. Beides gilt ebenso für den „Aktiensparplan“. Deshalb sollte Missverständnissen in den entsprechenden Diskussionen durch eine Beschreibung von Ziel und Zeithorizont vorgebeugt werden. 2020 ist in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Jahr, auch beim Blick auf den Börsenverlauf. Als Kritiker des übertriebenen Zinssparens in Deutschland – ich nenne das „Falschsparen“ – kann ich inzwischen beobachten, dass sich einiges in die richtige Richtung bewegt. Endlich. Hoffentlich hält der Trend zum sachwertorientierten Investieren an!

Ob Trump oder Biden – langfristig in Infrastruktur investieren

 22.10.20

Amerikas Präsidentschaftswahl ist jetzt voll über den großen Teich herübergeschwappt. Kein Tag ohne Trump-oder-Biden-Betrachtungen von Volkwirten, Analysten oder Fondsmanagern. Dazu mehren sich passende Veranstaltungen wie Webinare und Videokonferenzen (Corona bedingt). Man könnte trefflich streiten, ob und für wen sich das lohnt. Ebenso muss offenbleiben, was welcher der beiden Kandidaten nach der Wahl tatsächlich politisch unternehmen wird. Angesichts ihrer Bedeutung als Welt-Leitbörse ist es aber auch für europäische Anleger interessant zu wissen, wie die Wall Street tickt.

Bei Aktienanlagen Qualitätskriterien nicht vernachlässigen

 20.10.20

Interessante Gedanken eines Vermögensmanagers, die sich gegen einseitige Urteile von Anlagestilen richten. Das Thema liegt auf meinem Kurs, weil auch ich mich seit langem gegen ein Entweder-Oder wende und das Sowohl-Als-Auch bevorzuge. Klar, dass Aktien alternativlos sind, zumindest für Anleger, die langfristig vom Wertschöpfungspotential der Wirtschaft profitieren möchten. Doch nach wie vor wird die Frage nach dem Value- oder Growth-Ansatz gestellt, als seien diese Stile bzw. Faktoren die einzig zielführenden Performancetreiber im Rahmen einer scheinbar binären Investmentstrategie. „Die Realität ist zumindest seit der Finanzkrise 2008 und den Möglichkeiten innovativer Datenverarbeitung weit komplexer“, schreibt mir heute Thomas Böckelmann, leitender Portfoliomanager von Euroswitch.

Wer jetzt Angst kriegt, kann ja verstärkt ins Gold gehen

 15.10.20

Mehr als 3 Prozent Kursrutsch des Dax innerhalb weniger Stunden – die Herde wird panisch! Es ist so gekommen, wie (in meiner letzten Kolumne) befürchtet: „Kann sein, dass sich die Börsen-Bären jetzt wieder aufrichten und nach dem heutigen Konjunkturindikator ihre Muskeln spielen lassen.“ Die Finanzexperten hatten es im Rahmen der jüngsten ZEW-Umfrage geahnt bzw. sich schon darauf eingestellt. Jetzt wieder verschärfte Maßnahmen durch den gestrigen Corona-Gipfel in Berlin, obwohl die Beschlüsse niemand so recht befriedigt haben. Und dann erschreckend hohe neue Infektionszahlen, die mancher Experten schon als Beginn der zweiten Welle betrachtet. Nicht vergessen: Die für eine Ausbreitung des Covid-19-Virus besonderes gefährliche kalte Jahreszeit beginnt gerade erst. Die große Euphorie der Spätsommermonate August und September verfliegt. Im Gegenzug steigt die (nie ganz verschwundene) Unsicherheit in der Wirtschaft und bei den Börsianern durch die stark steigende Zahl der Corona-Infektionen. Nebenbei belasten das unendliche Brexit-Drama und der Wahlk(r)ampf in den USA.

Ein ernst zu nehmender Warnschuss für die Anleger

 13.10.20

Kann sein, dass sich die Börsen-Bären jetzt wieder aufrichten und nach dem heutigen Konjunkturindikator ihre Muskeln spielen lassen. Denn diese Meldung hatten nicht nur die hartnäckigen Bullen nicht erwartet. Headline: „ZEW-Konjunkturerwartungen fallen überraschend deutlich.“ Als kurz- bis mittelfristiger Skeptiker sehe auch ich mich tendenziell bestätigt. Mehr noch wirkt das Ausmaß Furcht einflößend: Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Oktober angesichts der wieder größer werdenden Corona-Unsicherheiten überraschend deutlich eingetrübt. Wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vorhin mitteilte, fiel der von ihm erhobene Indikator um 21,3 Punkte auf 56,1 Punkte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 72,0 Punkte gerechnet.