Kurzfristige Anleger haben’s zunehmend schwer

 21.09.21

Erst der globale Pandemie-Schock verbunden mit einem Aktiencrash. Dann eine spektakuläre Erholung von Wirtschaft und Börsen. Inzwischen ist das Bild eher verschwommen und unsicher. Kein klarer Trend mehr – nach Ländern, Branchen und Einzelwerten zunehmend uneinheitliche Kurse. Das erschwert Ihnen, geschätzte Anleger, die taktischen (= kurz- bis mittelfristigen) Entscheidungen. Gut möglich, dass dies auf absehbare Zeit so bleibt. Wer hinter dem schnellen Euro her ist, hat es also viel schwerer als der langfristig denkende Investor. Denn er muss sich täglich fragen, was die neuen Analysen, Zahlen und Prognosen für die Märkte bedeuten (können) und was nicht.

Die Börsen-Bären drohen

 20.09.21

Hallo Leute! Die Bären sind los. Das waren wir nicht mehr gewöhnt. Eine Rutschpartie der Aktienkurse von deutlich mehr als 2 Prozent schon in den ersten Börsenstunden wird den Bullen Bauchschmerzen bereiten. Und das am Geburtstag des vergrößerten Dax-40. Selbst die Technischen Analysten beginnen umzudenken. Also ein neuer Trend? Abwarten.

Wahl und Börse (IV) Erwartet erst einmal … nichts

 20.09.21

Nur noch eine Woche. Ja, und dann? Börsianer interessieren sich vielleicht intensiver als die meisten Bundesbürger für den Wahlausgang – wegen der möglichen „Kursrelevanz“. Aber können Händler und Anleger tatsächlich mehr vom Votum und der anschließenden Regierungsbildung erwarten? Ich befürchte, nein. Zahlreiche Volkswirte, Anlagestrategen und ihre Organisationen haben inzwischen ihre Wünsche und Forderungen an die künftige Regierung formuliert, eigene Positionspapiere veröffentlicht und Warnungen ausgesprochen. Die unterschiedlichen Positionen sind damit einigermaßen klar. Erschreckend klar geworden ist uns allem vor allem die Erkenntnis, dass auf die neue Koalition ein gigantisches Bündel wichtiger Aufgaben zukommt – vom Klimaschutz bis zur Rentenreform. Dazu gehört die Herkulesaufgabe der Finanzierung.

Inflationsniveau für Anleger noch nicht gefährlich

 16.09.21

Der Anstieg des Lebenshaltungskosten-Index auf +3,9 Prozent im August ist für uns als Verbraucher ärgerlich. Niemand mag Kaufkraftschwund. Als Kapitalanleger kann man aber (noch) gelassen bleiben, denn dieses Niveau ist noch erträglich – vor allem, wenn man von einem baldigen Rückgang der Inflation ausgehen kann. Das sah vor 100 Jahren ganz anders aus. In meinem Büro hängt der mahnende Beweis: eine Gedenktafel mit Briefmarken als „Dokumente einer irrsinnigen Zeit“. Das erste Postkartenporto aus dem Jahr 1920 beträgt 5 Pfennig Deutsches Reich. Im Jahr darauf springt es auf 100. Dann galoppiert das Porto auf 6 Reichsmark und 100 Mark im März 1923. Im April des gleichen Jahres stehen schon 300 Mark drauf, im Juli 3.000 und im Oktober 1 Million. Meine kleine Sammlung (unter Glas gerahmt) endet im Dezember 1923 mit der grünen Marke im Wert von 10 Milliarden Mark. Wirklich irre! Vergleichbares wäre heute unvorstellbar.

Wahl & Börse (III) Sind unsere Politiker überfordert?

 14.09.21

Was erwartet uns nach dem 26. September? Die Bundesbürger erwarten von den aktuellen TV-Diskussionsrunden möglichst viele Antworten. Daraus wird in diesem Jahr nichts – allein schon wegen der Ungewissheit über den Wahlausgang und die anschließende Regierungsbildung. Sooo schlecht fand ich die Wortgefechte vor laufenden Kameras bisher aber nicht. Manchmal hätte ich sie mir sogar schärfer gewünscht. Wichtig auf jeden Fall: Wer sich bisher nur beiläufig um Politik und die unterschiedlichen Vorstellungen der großen Parteien gekümmert hat, kennt durch die verbalen TV-Kontroversen rechtzeitig vor dem Wahltermin wenigstens die einzelnen Positionen.