Die Börsen-Bullen brauchen den Frieden

 06.10.22

„Dax unterbricht seine Erholungsrally“, „Aktienhandel wartet auf neue Impulse“ – solche und ähnliche Headlines dominierten die Börsenberichte im heutigen Tagesverlauf. Eigentlich nichts Besonders. Aber nach dem fulminanten Start ins letzte Quartal, der tags darauf schon wieder wie ein Fehl- oder Frühstart aussah, kommen Zweifel auf: Wackelt die Börse weiterhin, unberechenbar und ohne soliden Trend? Es wäre doch kein Wunder, denn andererseits ist es eher überraschend, dass die schwerwiegenden Konflikte und Krisen die führenden Börsen nicht noch stärker als bisher unter Druck gesetzt haben.

Es wird nie wieder schwach!

 04.10.22

Alles war eingepreist. Die Sorgen sind im erfahrungsgemäß schwachen September abgeladen worden. Jetzt kann es nur noch aufwärts gehen. Haben auch Sie das so erwartet, geschätzte Anleger? War doch klar. Früher, als das Parkett noch Treffpunkt und Handelsplatz der Börsenprofis war, wurde bei ähnlicher Kursentwicklung wie heute Vormittag der Spruch „Nie wieder schwach“ verteilt – mit einem Lachen auf den Lippen und hörbarer Ironie. Ja, ja, die Bullen sind back, nur wie lange? Ihr Getrappel konnte man in den ersten Stunden des Handels förmlich hören – man brauchte nur vor dem Bildschirm zu sitzen, um die eilige Klettertour von Dax & Co. beobachten zu können.

Der politische Druck auf die Börsen nimmt zu

 02.10.22

Sorgen gibt es zuhauf und mit zunehmender Tendenz: Wachstumsängste, Inflationsängste, Zinsängste, Sorgen um die Energieversorgung – und die politischen Entwicklungen. Zu den Besonderheiten gehört, dass die geopolitischen Probleme das Tun und Lassen der nationalen Regierungen häufiger in Frage stellen. Und in der Bevölkerung wächst der Unmut. Da wundert es nicht, dass Anleger Sicherheit suchen und Aktien meiden. Viele Aktienindizes markierten zuletzt neue Jahrestiefststände und Investoren fragen sich: Wie tief können Aktien noch fallen? Ich hatte eigentlich noch Schlimmeres befürchtet (was noch kommen kann).

Langfristige Anleger bleiben der Aktie treu

 29.09.22

„Anleger sollten auch von 2023 nicht viel erwarten“ – meine letzte Headline, die ich heute relativieren möchte. Trotz eines erneuten Kurseinbruchs. Mag sein, dass auch das kommende Jahr enttäuschend verlaufen wird. Doch sind in einer multimorbiden Welt auch nur einigermaßen zuverlässige Prognosen schlicht unmöglich. Außerdem können Sie, geschätzte Anleger, auch in einer beispiellosen Zeit des Zusammentreffens schwerer Krisen darauf bauen, mit Ihrem Portfolio gut über die Runden zu kommen, wenn Sie die richtige Auswahl treffen und vor allem genug Zeit investieren.

Anleger sollten auch von 2023 nicht viel erwarten

 27.09.22

Gewarnt wird an allen Ecken. Und so wird kein Anleger im nächsten Jahr erschrocken behaupten können, er sei von anhaltend hoher Inflation und tiefer Rezession überrascht worden. Was sich dazu inzwischen abzeichnet, ist die anhaltende Dominanz der Geldpolitik. Und: Es fehlt an Anlageklassen, die sich dem Privatanleger förmlich aufdrängen. Kein Wunder deshalb, dass die aktuellen Marktberichte und -Prognosen (nach den jüngsten Notenbankschritten) ein wenig erhellende Mischung darstellen.