21.06.19
Hallo Leute! Können die Anleger Presi Trump-el und die geopolitischen Krisen auf einmal ausblenden? Die vergangenen Tage an den Finanzmärkten sahen jedenfalls so aus. Dafür sorgten Fed und EZB. Die beiden wichtigsten Notenbanken müssen nicht einmal was tun – es reicht schon aus, wenn sie weitere Liquiditätsmaßnahmen bzw. Zinssenkungen verbal in den Raum stellen. Manche Analysten gaben sich dann spontan überrascht, zumindest erfreut. Die Wall Street jubelte und steckte andere Börsen an. Und als gäbe es bald keine Ware mehr sprangen Aktien frisch gestärkt in die Höhe, gleichzeitig mit einem spektakulären Preisanstieg beim lange lahmen Gold. Nicht zu vergessen, dass auch die Bitcoin-Fans einen neuen Rausch erlebten.
Klar, wenn von den Währungshütern weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt werden (insbesondere von der Fed, die ja längst in die andere Richtung unterwegs war) und der Dollar schwächer wird, dann ist das Futter für die Aktien-Bullen. Und die Chartisten legen nach. Aber das allein macht‘s nicht. Schon zur Wochenmitte kamen die Stimmungsanalysten an der Börse Frankfurt zu dem Ergebnis, dass ein Teil der Großanleger die Angst befallen hat, den Kursaufschwung zu verpassen. Zusammen mit den Baisse-Spekulanten (denen droht ja der „short queeze“) gab und gibt es Käufer, die eigentlich gar nicht kaufen wollen. Also wirkt sich wieder einmal auch der Herdentrieb aus – kein Wunder, denn es ist gefährlich, gegen den Trend zu schwimmen. Deshalb vom Börsenfuchs, der eigentlich ein alter Bulle ist, die Warnung vor euphorischen Übertreibungen nach oben. Vergesst nicht die dicken Fragezeichen hinter der Konjunktur, meine Freunde! Und verdrängt nicht, dass unverändert geo- und wirtschaftspolitische Gefahren lauern, die unberechenbar sind!
Trotzdem noch was Ermutigendes für Mutige unter Euch: Die Stimmungsanalysten von Sentix haben eine Branchenbesonderheit herausgestellt, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: „Für Banken spricht aktuell nichts – und genau darin liegt eine Chance.“ Das Sentix Sektor Sentiment für Banken hat im Juni einen Wert von -2,4 Standardabweichungen erreicht und damit einen der tiefsten von Sentix seit 2001 gemessenen Werten. Aus Sicht der konträr agierenden Sentimentanalyse lässt ein solcher Befund aufhorchen und prinzipiell steigende Kurse erwarten. Doch auf die Banken will dies bislang nicht so recht zutreffen. Seit Monaten liegt die Stimmung mehr oder weniger auf Tiefstwerten, eine Erholungsbewegung bleiben die Bankaktien allerdings bislang schuldig. Dies liegt sicher auch daran, dass fundamental so gar nichts mehr für den Sektor sprechen will. Was meinen die Stimmungsforscher: „Doch gerade dann, wenn man sich keine Besserung mehr vorstellen kann, sollte das Sentiment Beachtung finden.“ Hm. Ich bin in puncto Banken feige und enthalte mich der Stimme.